Windkraft im Hegau ist ein Auslaufmodell

Windkraft in unserer Region ist bereits jetzt ein Auslaufmodell. Beispiel Bremerhaven: In einer ehemaligen Werft werden Windräder für Offshore-Anlagen auf der Nordsee im Fließbandverfahren gebaut. Diese werden auf die See herausgezogen und zu Parks vereint. Allein Bremen investiert über 1 Milliarde Euro. Die Gleichstromtrassen Richtung Süden sind genehmigt und bereits im Bau. Wir werden überschwemmt von billigem Windstrom.

Stellen Sie sich kurz vor: Sie wollen in Windkraft investieren, Sie haben Geld übrig, Sie sind Investor, Sie erwarten eine entsprechende Rendite. Und Sie möchten in ein Windrad investieren und stehen vor der Wahl…

  1. am Bodensee, mit max. 1.500 Volllaststunden und sehr hohen Investitionen in sehr teure hohen Anlagen, und enormen Kosten für Zuwegung und Ableitung des Stroms oder
  2. in der Ost- oder Nordsee, mit ca. 4.000 Volllastunden durch  am Fließband hergestellten Low-Budget-Anlagen

Die Antwort auf diese Frage kann ich Ihnen ersparen, weil Sie jedem Geschäftstreibenden klar sein sollte.

Die technische Entwicklung garantiert unvorstellbare Entwicklungen in der Nutzung regenerativ erzeugter Energie vor Ort. Die Zukunft wird sein, dass sich Haushalte in Gemeinden mit selbst erzeugter Energie versorgen können. Ich klammere jetzt Großstädte und die stark energiebedürftige Industrie (etwa Aluminium-, Stahl- und Gussproduktion) aus.

Doch Gemeinden mit vorwiegendem Bedarf an Haushaltsstrom und Haushaltswärme werden in absehbarer Zeit ihren Energiebedarf am Ort selbst bestreiten können und müssen. Speichertechnik und Kraft-Wärmekopplung, Umwandlung von Solar- und Windenergie durch Elekrolyse in Wasserstoff, aber auch andere Möglichkeiten sind im Vormarsch. Entlang von Autobahnen und Bundesstraßen werden Solar- und Windkraftanlagen ihre Energie entlang leiten, Wasserstofftankstellen versorgen, Batterieladestationen speisen. Entlang dieser Straßen werden auch zukünftig preiswert Kabel- und Wasserstoffleitungen verlegt. Wir und zahlreiche Experten sind überzeugt, dass dies unsere mittelbare Zukunft sein wird.

Deswegen ist es falsch in Steißlingen aufgesetzte Energiepolitik zu betreiben, die bereits heute technisch und wirtschaftlich schon weit überholt ist.

Windenergie in unserer Region ist der denkbar schlechteste Beitrag zur Energiewende. Unsere Stärke ist erstmals die Kraft der Sonne und deren Umwandlung in unsubventionierte heimische Energie. Danach kommen andere Möglichkeiten. Unser Bodensee ist die allergrößte Batterie Deutschlands. Denken Sie nur mal darüber nach, welche Menge an Wärmenergie in diesem bescheidenen See vorhanden sind: 50 Milliarden Qubikmeter Warmwasser! Die Untersuchungen zur Nutzung dieses Wärmepotentials laufen jetzt erst wieder an.

Es gibt für unsere Zukunft noch so viele Varianten, wie sich unsere Region selbst versorgen kann. Jetzt schnell auf Windkraft zu setzen, ist aus so vielen Gründen kurzsichtig!

Deswegen ist es die Hauptaufgabe unserer Bürgerinitiative, unseren Mitbürgern Alternativen vorzuzeigen. Wir sind in der Tat Kritiker, aber haben viele konkrete Ideen zur Verbesserung der aktuellen Lage. Und indem wir das machen, tun wir das, was namhafte Politiker seit Jahren versäumen.

– Joachim Mehl, Sprecher der Bürgerinitiative „Schützt das Naturjuwel Hegau–Bodensee”